Notruf : 112

Digitalfunk hält Einzug bei der Ortsfeuerwehr Lohne

Lange war die Umstellung von Analog- auf Digitalfunk der Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben (BOS) Thema in den Medien. Es wurden einige Milliarden Euro ausgeben, um ein neues leistungsfähiges, Funknetz in ganz Deutschland zu errichten. Im Jahr 2014 begann dann in der Grafschaft Bentheim die Testphase der neuen Technik. Auch wir, von der Ortsfeuerwehr Lohne haben in unserem Einsatzgebiet diverse Tests durchgeführt, um die Netzqualität zu testen und für gut zu befinden.

 

Anfang des Jahres war es dann für die Feuerwehren der Grafschaft soweit. Nachdem viele Kameraden auf die neue  komplexere Technik geschult wurden, konnte der Digitalfunk im täglichen Einsatzdienst in Betrieb gehen. Dazu beschaffte die Gemeinde Wietmarschen für alle drei Feuerwehren die benötigten Funk- und Navigationsgeräte. Die neue Funktechnik bietet viele Vorteile:

  • Hohe Verfügbarkeit und bessere Flächenabdeckung
  • Verschlüsselung - damit Abhörsicherheit des Funkverkehrs
  • Optimierter Informationsfluss zwischen den verschiedenen BOS Behörden, da alle dasselbe Funknetz nutzen und von der Leitstelle verknüpft werden können
  • Sehr gute Sprachübertragung ohne störende Nebengeräusche (Straßenlärm, Fahrzeug- und Maschinenlärm am Einsatzort etc. werden herausgefiltert)
  • Möglichkeit der Übertragung von Daten und Kurznachrichten (z.B. Navigationsrouten)
  • Notruffunktion (Notruftaste) mit höchster Priorität gegenüber sonstigem Funkverkehr

Zur Lageerkundung und weiteren Einsatzkoordinierung rückt als erstes Fahrzeugder Einsatzleitwagen (ELW) aus. Dieser ist daher im März als erstes durch eine Fachfirma mit der digitalen Technik ausgerüstet worden. Da der ELW häufig nur mit dem Einsatzleiter ausrückt, ist zusätzlich eine Funkfreisprecheinrichtung für den Fahrer installiert worden. Die nächsten Fahrzeuge werden im Laufe des Jahres umgerüstet. Solange nutzen wir parallel noch den analogen Funk.

Mittlerweile ist es selbst für ortskundige Bürger, in unserer schnell wachsenden Gemeinde, fast unmöglich alle Straßen zu kennen und direkt anzufahren. Deshalb mussten wir häufiger von der Leitstelle während der Anfahrt den Weg zum Einsatzort über den teilweise sehr ,,rauschenden‘‘ analogen Funk geschildert bekommen. Diese Zeiten sind jetzt glücklicherweise vorbei. Im Einsatzfall werden, über den Digitalfunk, von der Rettungsleitstelle die Route zum Einsatzort und die Einsatzinformation direkt aufdie Navigationsgeräte unserer Fahrzeuge geschickt. So ist die Route schon berechnet wenn das Fahrzeug ausrückt. Bereits in den letzten überörtlichen Einsätzen hat sich gezeigt, dass die Navigation zum Einsatzort sehr gut funktioniert und eine nahezu unverzichtbare Hilfe für den Fahrer ist.

 

Zusätzlich verfügen alle Ortsbrandmeister über ein eigenes digitales Handsprechfunkgerät, so dass sie schon auf der Anfahrt zum Feuerwehrhaus mit der Leistelle oder den ausrückenden Fahrzeugen Kontakt aufnehmen können. 

 Das Bild zeigt den Digitalfunk mit dem Navigationssystem im Einsatzleitwagen


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